Vier Schritte

 

Vier Leitfragen verhelfen zur Klärung in unübersichtlichen Situationen. Rosenberg entwickelte sie als unterstützendes Werkzeug. In der alltäglichen Anwendung geht es darum, diese 4 Schritte nicht starr in der Reihenfolge abzuarbeiten, sondern sie als gedankliche Stütze zu nutzen

  • Was ist da passiert, was haben Sie gesehen? Welche Beobachtung können Sie benennen?
  • Wie ging es Ihnen in diesem Augenblick? Welches Gefühl wird dadurch ausgelöst?
  • Was hat Ihnen gefehlt, was hätten Sie gebraucht? Welches Bedürfnis ist in der Situation unerfüllt?
  • Gibt es etwas, worum Sie Herrn X / Frau Y oder sich selbst jetzt bitten wollen? Mit welcher Handlung könnte Ihr Bedürfnis erfüllt werden? Formulieren Sie eine Bitte.

 

Rosenberg geht von einem Menschenbild aus, in dem der Mensch zur sozialen Kooperation und zu einem bedürfnisorientierten Miteinander geschaffen ist. Voraussetzung dafür ist, dass er weder in Angst ist noch sich schuldig fühlt. Verhält sich ein Mensch für uns unverständlich und unangemessen, wird nicht der Mensch an sich als defizitär betrachtet, sondern nur die Art und Weise, wie er gerade versucht, seine Bedürfnisse zu erfüllen.

 

„Wer hat schuld und wer hat recht?“ wird ersetzt durch „Was brauche ich, was brauchst du, was bringt uns weiter?“

 

Im beruflichen Kontext geht es über das Zwischenmenschliche hinaus um die Klärung folgender 6 Organisationsbedürfnisse:

 

Identität: Wer sind wir als authentisches kollektives Selbst?

Lebensbejahender Zweck: Warum dient unser Handeln den Bedürfnissen unserer Kunden?

Ausrichtung: Welche Ziele streben wir an und wann wollen wir sie erreicht haben?

Struktur: Mit welcher Struktur wollen wir die obigen 3 Ursprungsbedürfnisse und unsere Ressourcen nutzen?

Energie: Wie können wir unsere Arbeitsabläufe optimieren?

Darstelllung: Wie bringen wir unseren einzigartigen Platz auf dem Markt zum Ausdruck?

 

Klarheit in diesen Punkten führt zu einer produktiveren Zusammenarbeit. So kann den Bedürfnissen des Unternehmens Rechnung getragen werden, ohne dabei die Bedürfnisse der Beschäftigten zu übergehen.